Ein Kastenrevier mit in der Spitze rund 3000 Fledermaus Quartiershilfen wird seit 1990 systematisch von Fledermausschützern betreut. Zum Zeitpunkt des Mauerfalls konnten Fledermauskundler um Dr. Joachim Haensel und Lutz Ittermann erstmals in die großen Waldgebiete der ehemaligen DDR Staatsjagden vordringen. Ein Förster hatte ihnen den Hinweis gegeben, dass in den vorhandenen Vogelkästen besonders häufig Fledermäuse zu finden seien.
Erste Erkundungen in der Nähe von Groß Schönebeck bestätigten dies. Fransenfledermäuse, Braune Langohren, Zwergfledermäuse und Wasserfledermäuse hingen in Kastenreihen und Kastengruppen, die in niedriger Höhe besonders kontrollfreundlich montiert waren.
Aus den ersten Erkundungen ergab sich ein nunmehr fast 40-jähriges kontinuierliches Monitoring, was in seiner Erfassung von Langzeitdaten und Entwicklungstrends seinesgleichen sucht.
Nicht nur die dauerhafte Erfassung der Bestandszahlen der Fledermäuse birgt einen wertvollen Datensatz der für die Fledermausforschung von unschätzbarem Wert ist. Auch die gleichzeitige Beobachtung von Wetterdaten, forstlichen Maßnahmen, Schädlingsbekämpfungsaktionen oder auch die Waldentwicklung mit unterschiedlichen Altersstrukturen, Aufwuchs und Artzusammensetzung können in Relation zur Entwicklung des Fledermausbestandes betrachtet werden.
Heute trägt der Verein Mausohr e.V. die Verantwortung für das Projekt. Mit Unterstützung der Naturwacht Brandenburg, den Landesforsten und natürlich dem Berliner Artenschutz Team BAT e.V. wird das Projekt weiterentwickelt. Abgängige Kästen müssen ersetzt werden, neue Standorte müssen an die Entwicklung des Bewuchses und an die Besatzdichte angepasst werden.
Da die Tiere quartierstreu sind, ist es wichtig, besonders langlebige und witterungsbeständige Kästen bewährter Hersteller zu verwenden. Dennoch müssen wir jährlich 100 und mehr Kästen ergänzen oder ersetzen. Mittlerweile gehören auch Flachkästen in größeren Höhen zum Bestand, hier finden wir bevorzugt Mückenfledermäuse und Rauhautfledermäuse.
Dabei legen wir großen Wert darauf, die Kastenverteilung stets vergleichbar zu halten um wissenschaftliche Aussagen im Monitoring nicht zu verfälschen.
Die Kastenkontrollen erfolgen jeweils am Ende der Wochenstubenzeit im Juli und in der Zugzeit im Herbst. Die Untersuchungen sind Bestandteil eines Beringungsprogramms, somit werden alle Langzeitdaten auch in der staatlichen Beringungszentrale erfasst und stehen für Auswertungen zur Verfügung.
Vor wenigen Tagen saßen wir zusammen und planten die Bestellungen von Kästen und berieten die auszuwählenden Hangplätze. Dank der treuen Unterstützung unserer Spender und Unterstützer können wir auch dieses Jahr bald wieder loslegen und einiges „ins Feld“ bringen. Dafür sagen wir herzlich Dankeschön.














