Schnelle Informationen  

Fledermausführungen Zitadelle

Die Termine für die herbstliche Führungsaison 2024 finden finden sie ab August 2024 hier.

Individuelle Gruppenführungen z.B. Weihnachtsfeiern sind weiterhin möglich.

Termine für Sommerführungen hier

 

Anmeldung unter

030-36750061 (nicht für Fledermausnotrufe)
oder Mail: fuehrung@bat-ev.de erforderlich!
Plätze begrenzt! Teilnahme nur nach Bestätigung!

 

Kita und Schulführungen (ganzjährig)

Anmeldung für Kindergärten und

Schulklassen unter: 030-319 501 81

oder unter schulen@bat-ev.de

 

Fledermausnotruf:

030-306 028 54 (Fledermauskeller Zitadelle Spandau)

oder Mobil 0179-449 08 36 (gerne auch per Whatsapp direkt mit Foto)

 

 

 

   

Über Uns  

   

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In die Kinderstube der jungen Fledermäuse kommt Bewegung!
 
Abendsegler mit Zwillingen
Bereits im Mai haben sich die Fledermausmütter in ihre Wochenstubenquartiere begeben und dort in kleinen oder größeren Gruppen ihre Babys zur Welt gebracht. Bei den meisten einheimischen Arten gibt es ein Junges pro Jahr, manche Arten, wie der Große Abendsegler haben überwiegend Zwillinge.
Die Mütter haben ihre Quartiere mit Bedacht ausgesucht: Schön warm muss es sein, ein von der Sonne beschienenes Dach, eine Fassade oder eine Baumhöhle ermöglichen die Aufzucht der Jungtiere ohne selbst Wärmeenergie zusteuern zu müssen.
Mittlerweile sind die Babys geboren und beginnen flügge zu werden. Damit rückt der Nachwuchs in den Fokus des aufmerksamen Mitmenschen:
Gelegentlich flattert ein unbeholfenes Tier aus dem Quartier und landet unsanft auf Terrasse oder Balkon. Diese Tiere werden dann häufig in der Pflegestation für Fledermäuse des Berliner Artenschutz Teams auf der Zitadelle Spandau gemeldet.

Die ehrenamtlichen Helfer rufen dazu auf, Tiere nicht voreilig aus der Natur zu entnehmen und in die Pflegestation zu bringen. Die beste Hilfe ist möglich, wenn die Tiere in ihr Quartier zurückfinden. Bitte holen sie eine telefonische Beratung ein unter:
 

030 - 30 60 28 54 (Fledermauskeller Zitadelle Spandau) oder Mobil 0179 - 449 08 36 (bitte wenn möglich per Whatsapp direkt mit Foto)


Oftmals ist es ausreichend, wenn das Baby am Fundort in sicherer Position zur Abholung angeboten wird. Meistens hält die Mutter nochtagelang Ausschau nach dem Nachwuchs und holt ihn auch nach zwei oder drei Tagen noch ab.Fledermausbaby
Hierbei kann der Finder helfen indem er vor Katzen und Greifvögeln sicher einen „Abholturm“ errichtet. Dies kann zum Beispiel eine große Flasche sein über die ein Strumpf gezogen wird, diese stellt man in eine Wanne, damit die Fledermaus nicht wegkrabbelt. Manchmal reicht es auch schon, wenn das Jungtier an einer geschützten Stelle der Fassade aufgehängt wird. In der Mittagshitze sollte das Baby in einer schattig gestellten Schachtel aufbewahrt werden, darin ein Deckelchen mit Wasser als Trinkangebot. Bitte keine Ersatzmilch füttern.

Wer häufig Fledermäuse in seiner Umgebung sieht wird aufgerufen, diese zu beobachten um festzustellen, ob erkennbar ist, wo das Quartier ist. In solchen optimalen Fällen kann das Jungtier auch direkt zurückgereicht werden. Hierzu kann eine Socke über einen Stiel, Zollstock oder Ähnliches gesteckt werden, darauf wird die Fledermaus gesetzt und zum Einflugloch des Quartiers geführt. Mit etwas Glück klettert das Jungtier dann sofort zurück.

Die künstliche Aufzucht von Fledermausbabys ist sehr kompliziert, sie ist immer die schlechteste Lösung. Beginnend von der Problematik der Zusammensetzung der Milch in den ersten Lebenstagen setzen sich die Schwierigkeiten mit dem Heranwachsen des Tieres fort: Nur die Mutter kann dem Nachwuchs die Echoortung, das Fliegen und die Wege in angestammte Winterquartiere vermitteln.

 

Bitte die Tiere auf keinen Fall in den Quartieren stören!

Experten schlagen Alarm - der Artenschutz kommt bei den Gesetzesänderungen zum Ausbau der

Windenergie deutlich zu kurz

 

Alarmierende Zahlen und dringende Appelle: Der Ausbau der Windenergie droht zum Albtraum für unsere geflügelten Freunde zu werden. Expertinnen und Experten schlagen Alarm und enthüllen verheerende Auswirkungen auf die Fledermauspopulationen, die die aktuellen Gesetzesänderungen mit sich bringen können. Während der Kampf gegen den Klimawandel an Fahrt gewinnt, gerät der Artenschutz immer mehr ins Hintertreffen. Doch es gibt Lösungen, und wir müssen handeln.

Schlagopfer WindkraftIn einer Welt voller Umweltprobleme stehen der Klimawandel und das Artensterben ganz oben auf der Agenda - beiden Problemen sind wir uns bewusst. Doch leider gibt es oft Konflikte zwischen Maßnahmen zum Klimaschutz und dem Schutz der Artenvielfalt. Ein solches Beispiel ist der Ausbau der Windenergie, bei dem Vögel und Fledermäuse häufig zu Opfern werden. Unser Anliegen ist es daher, Lösungen zu finden, die den Schutz der Fledermäuse beim Ausbau der Windenergie gewährleisten. Wir sind überzeugt, dass eine Energiewende möglich ist, die den Artenschutz ernst nimmt und effektive Lösungen bietet.
In Deutschland kommen ca. 25 Fledermausarten vor, von denen einige, wie der Abendsegler oder die Rauhautfledermaus, besonders häufig Opfer von Windparks werden. Darüber hinaus werden viele weitere Arten durch den Ausbau von Windkraftanlagen im Wald in ihren Lebensräumen gestört, da ihre Quartiere und Jagdhabitate verschwinden.
Die jüngsten Gesetzesänderungen verschärfen das Problem weiter, indem sie den Ausbau der Windenergie auf Kosten der Natur erleichtern. In einer wissenschaftlichen Studie haben Fachleute der Deutschen Fledermauswarte sowie weitere Experten aus dem Bereich Windkraft und Artenschutz die aktuellen Gesetzesänderungen sowie wissenschaftliche Studien ausgewertet und Maßnahmen vorgeschlagen, um den Schaden für die Fledermauspopulationen zu begrenzen.
Besonders besorgniserregend aus Sicht des Artenschutzes ist, dass nun sogar Landschaftsschutzgebiete für den Bau neuer Windparks herangezogen werden, ohne dass Artenschutzgutachten erforderlich sind.Dies bedeutet, dass die Standorte für Windkraftanlagen nicht mehr im Voraus auf das Vorkommen von Fledermäusen (oder Vögeln) überprüft werden sollen, wie es seit Jahrzehnten üblich ist. Dies ist insbesondere alarmierend, da jährlich etwa eine Viertel Million Fledermäuse getötet werden, weil viele Anlagen noch keine Abschaltzeiten haben oder die bestehenden Abschaltzeiten von den Behörden nicht kontrolliert werden.
In unserer Studie fassen wir die wichtigsten Konflikte zwischen Windparks und Fledermäusen in Deutschland zusammen und schlagen konstruktive Lösungen vor. Wir fordern unter anderem ausreichende Abschaltzeiten an allen Windenergieanlagen sowie eine Begrenzung der akzeptierten Verluste von Fledermäusen auf weniger als ein Individuum pro Jahr und Anlage. Außerdem plädieren wir dafür, Wälder und Landschaftsschutzgebiete von Windenergieanlagen freizuhalten und Mindestabstände zu Schutzgebieten und Quartieren einzuhalten.
Als Expertenkollektiv wissen wir, dass Klimaschutz wichtig ist und wir betonen, dass wir den Einsatz erneuerbarer Energien unterstützen. Doch wir können nicht akzeptieren, dass dies weiterhin auf Kosten der Natur geschieht, die bereits unter zahlreichen anderen Bedrohungen leidet. Wir fordern daher eine artenschutzfreundliche Energiewende, die auch die Bedürfnisse der Fledermäuse und anderer Tiere berücksichtigt und ihre Lebensräume schützt.

 

Deutsche Fledermauswarte

 

Studie:

Mathgen, X., Fritzsche, A., Arnold, A., Bach, L., Gager, Y., Harder, J., Knörnschild, M., Meyer, F., Porschien, B., Seebens-Hoyer, A., Starik, N., Straka, T., Fritze, M. (2024): Zeitenwende im Artenschutz – Aktuelle Gesetzesänderung versus wissenschaftliche Evidenzen beim Fledermausschutz und dem Ausbau der Windenergienutzung. Nyctalus 20 (3-4), S. 182-202.

Die gesamte Studie können sie hier herunterladen.

Das Berliner Artenschutz Team BAT e.V. nimmt die medial veröffentlichen Vorstellungen zum Ausbau der Windenergie in Berlin zur Kenntnis. Hierbei sind insbesondere die diskutierten Standorte „Kraftwerk Reuter West“ und „Köpenicker Forsten“ aus ökologischer Sicht unvertretbar.

Der Standort „Kraftwerk Reuter West“ liegt in einer Entfernung von nur 1500 Meter zur nordwestlich gelegenen Zitadelle Spandau, 2900 Meter nordöstlich liegt der Volkspark Jungfernheide und 2900 Meter südlich liegt der Georg-Kolbe-Hain. Lediglich 1500 Meter westlich vom Standort liegt der Ruhwaldpark.

Große Abendsegler in einem Winterquartier im Georg-Kolbe-HainDie Zitadelle Spandau ist mit einer Zahl von ca. 10.000 Fledermäusen ein unbestritten wichtiges Fledermausquartier von überregionaler Bedeutung. In den Parkanlagen Jungfernheide und Georg-Kolbe-Hain am Olympiastadion sind zahlreiche Baumquartiere des Großen Abendseglers (Nyctalus noctula) mit jeweils weit über hundert Individuen nachgewiesen worden. Im Ruhwaldpark und im Volkspark Jungfernheide gibt es Nachweise des seltenen Kleinabendseglers (Nyctalus leisleri) während der Reproduktion.

Aufgrund von Beringungen ist bekannt, dass es zwischen diesen Quartieren einen regen Austausch mit entsprechendem Überflug gibt. Die Quartiere haben sämtlich auch weit überregionale Bedeutung. Über 1000 Große Abendsegler kommen aus Entfernungen bis zu 180 Kilometer, um die Berliner Parkanlagen insbesondere zur Überwinterung zu nutzen.

Bei der Wanderung der Fledermäuse haben insbesondere auch Flussläufe als Leitstruktur eine große Bedeutung. Ein Windkraftstandort „Kraftwerk Reuter West“ würde sich sowohl unmittelbar an der Spree, nahe an der Einmündung zur Havel, als auch im Zentrum der Bewegungsareale der hier lebenden Fledermäuse befinden.

Dieser Standort ist daher aus Artenschutzgründen abzulehnen.

Ähnliche Probleme gibt es im Bereich des Standorts „Köpenicker Forsten“. Dort befinden sich seit über 20 Jahren von den Berliner Forsten und Ehrenamtlichen betreute Fledermaus-Baumquartiere in denen insbesondere Große Abendsegler (Nyctalus noctula) und Rauhautfledermäuse (Pipistrellus nathusii) in großer Zahl zu finden sind. Bei diesen Quartieren handelt es sich zum großen Teil um Wochenstubenquartiere in denen die Tiere ihre Jungen zur Welt bringen und aufziehen.

Bei beiden Arten ist aufgrund ihrer Lebensweise als fernziehende Fledermäuse bereits jetzt eine zumindestGroßer Abendsegler als Schlagopfer an einer WKA kritische Belastung durch Mortalität an Windkraftanlagen festzustellen. Sowohl der Abendsegler als auch die Rauhautfledermaus werden häufig tot an WKA gefunden und sind in ihrem Bestand stellenweise bereits deutlich rückläufig.

Das Berliner Artenschutz Team BAT e.V. fordert:

  • Verzicht auf den Standort Kraftwerk Reuter für eine Windkraftanlage
  • Ein genereller Mindestabstand von 500 Meter zu Spree und Havel als Leitstrukturen bei der Fledermauswanderung
  • Klimaschutz und Schutz der Artenvielfalt und Biodiversität müssen gleichrangig verfolgt werden. Erneuerbare Energien ohne ökologische Nachhaltigkeit sind unvertretbar.
  • Neue WKA in Berlin müssen von der Auswahl der Standorte und von der Ausrüstung mit Abschaltmechanismen dem neuesten und höchsten Standard entsprechen. Diese müssen mit der Auflage eines Monitorings weiterentwickelt werden.
  • Die „intelligente WKA“ muss die Annäherung von Fledermäusen per Ultraschalltechnik detektieren um dann herunterzufahren.

Seit über 30 Jahren ist Berlin unter maßgeblichem Einsatz der zuständigen Senatsverwaltung und dem Engagement ehrenamtlicher Naturschützer ein Vorreiter hinsichtlich des Schutzes von kulturfolgenden, geschützten Tierarten. Mit Programmen zum Artenschutz an Gebäuden wurde und wird Berlin zu einer Metropole entwickelt, die mit einer großen Artenvielfalt und Biodiversität Vorbild ist.

Der Einsatz erneuerbarer Energien muss dem zwingend Rechnung tragen. Der Zusammenbruch von Ökosystemen durch das Artensterben hätte zumindest vergleichbare Folgen für das Überleben auf diesem Planeten wie die Klimakrise.

Berliner Artenschutz Team BAT e.V.

Fledermausfindlinge – Was tun, wenn man eine
junge Fledermaus findet!

 

Wenige Tage altes FledermausbabyIm Juni beginnt die Zeit des Jahres in der die jungen Fledermäuse zur Welt kommen. Da kommt es schon mal vor, dass ein vielleicht zu neugieriges Jungtier aus der Wochenstube fällt oder bei den ersten Flugversuchen abstürzt und am Boden liegen bleibt. Die Jungtiere, welche oft nicht viel größer sind als ein Ein-Euro-Geldstück und kaum mehr wiegen als 2-3 Gramm, wirken hilflos und werden daher oft von besorgten Menschen aufgelesen und zu bekannten Pflegestellen, wie z.B. der Zitadelle, gebracht.
Dieses gut gemeinte Vorgehen hat jedoch oft den Tod des Findlings zur Folge, da eine Aufzucht junger Fledermäuse von Menschenhand sehr problematisch ist und nur schwer gelingt.

Bei noch nackten Jungtieren ist daher eine Annahme nur nach Beratung und Aufforderung zur Abgabe möglich. Die Aufzucht von kleinsten Säuglingen ist wenig erfolgversprechend.

Die ehrenamtlichen Helfer rufen dazu auf, Tiere nicht voreilig aus der Natur zu entnehmen und in die Pflegestation zu bringen. Die beste Hilfe ist möglich, wenn die Tiere in ihr Quartier zurückfinden. Bitte holen sie eine telefonische Beratung ein unter:
 

030 - 30 60 28 54 (Fledermauskeller Zitadelle Spandau) oder Mobil 0179 - 449 08 36 (gerne auch per Whatsapp direkt mit Foto)

 

Die beste Möglichkeit dem Jungtier zu helfen besteht darin, es wieder mit seiner Mutter Abholturmzusammenzuführen. Dazu muss einfach nur ermöglicht werden, dass die Mutter ihr Junges finden und wieder abholen kann. Wenn die genaue Position der Wochenstube bekannt ist, sollte das Junge wenn möglich abends (so etwa gegen 22.00 Uhr) in die Nähe der Wochenstube gesetzt werden. Dabei sollte es auf eine exponierte Position, z.B. an eine Mauer oder einen Baum gehängt werden, damit die Mutter die Rufe des Jungen gut hören und es abholen kann. Das Baby wird dabei für bis zu drei Nächte der Mutter am Fundort zur Abholung angeboten. Bitte keine Zwischenfütterung mit irgendeiner Ersatzmilch vornehmen. Alle Findlinge können mit Gabe von geringen Mengen Wasser zum Auflecken vor dem Austrocknen bewahrt werden.

Wenn das Junge noch sehr klein ist oder die genaue Position der Wochenstube nicht zu ermitteln ist kann ein sogenannter „Abholturm“ funktionieren. Eine mit warmem (35-40°C) Wasser gefüllte Flasche oder Wärmeflasche wird mit einem Strumpf oder Handtuch überzogen und stabil in einer flachen Schüssel oder Wnne aufgestellt bzw. gelegt. Das Baby krallt sich an den Strumpf und wird durch die Flasche gewärmt. Die Schale und Wanne dient dazu, dass das Baby nicht wegkrabbeln und sich verlaufen kann. Das Baby muss der Mutter die ganze Nacht angeboten werden. Störungen am Abholplatz sind dabei zu vermeiden. Dieser wird abends in der Nähe des Fundortes aufgetellt. Wichtig ist immer darauf zu achten, dass das Jungtier vor Katzen und anderen Räubern sicher ist. 

Ein kleines Beispiel für eine solche Rückführung finden sie hier.

Wenn sie sich nicht sicher sind oder sie Fragen haben wie mit dem Findling zu verfahren ist, helfen ihnen die Fachleute gerne weiter.

Verletzte oder hilflose Fledermaus? -- Hier hilft man Ihnen weiter:

Folgende Personen wurden von der Senatsverwaltung als Pflegestellen für Fledermäuse benannt:

BAT e.V - Fledermauskeller Zitadelle Tel.: 030 - 30 60 28 54 oder Mobil: 0179 449 08 36 (gerne auch WhatsApp mit Foto)
Herr Teige Tel.: 030 - 672 17 53 Mobil: 0179 - 527 58 60

Beratung zu hilflos aufgefundenen Wildtieren in Berlin:
Wildtiertelefon des NABU Berlin: 030 / 54 71 28 91 oder 92

Helmut Zoels     19.08.1939 - 19.02.2023

Helmut 1aNach langer schwerer Krankheit ist Helmut Zoels verstorben. Diese von seiner Ehefrau Waltraud überbrachte Nachricht hat uns sehr betrübt und wir wollen Waltraud in dieser schweren Zeit eine Unterstützung sein.

Der gelernte Elektroinstallateur war bis zu seinem Ruhestand bei der Feuerwehr tätig. Viele Jahrzehnte war er mit seiner Ehefrau ehrenamtlich im Naturschutz tätig, davon viele Jahre im NABU Berlin und auch bei Mausohr e.V. Er engagierte sich in der Ornithologie und war dort in der wissenschaftlichen Beringung, angefangen von kleineren Singvögeln bis hin zum Weißstorch, tätig. Der Aufbau des NABU Berlin wurde von ihm wesentlich mitgestaltet. Ein weiteres Steckenpferd von Helmut war die Erforschung und der Schutz der heimischen Fledermäuse. Neben der Freilandarbeit gehörte der Aufbau eine Pflegestation für hilflose und verletzte Fledermäuse zu seinen selbst gestellten Aufgaben.  

Ich habe Helmut und Waltraud am 04.05.2003 kennengelernt. Wir waren auf der Fledermausfachtagung derHelmut3 BAG Fledermaus des NABU und hörten dort im Vortrag „Verletzt und hilflos, was tun?“ spannende Erfahrungen aus der Fledermauspflege.

Schnell kamen wir ins Gespräch, schließlich waren wir gerade selbst bei der Gründung einer Pflegestelle für aufgefundene Fledermäuse.

Dank der Unterstützung und Beratung konnten wir viel schneller gute Arbeit leisten als wenn wir ohne den reichen Erfahrungsschatz von Helmut und Waltraud hätten zurechtkommen müssen.

Sichtbar bei uns im Fledermauskeller sind noch einige von Helmut selbst gebastelte Schautafeln und interaktive Lehrmaterialien, die er für sein Engagement in der Öffentlichkeitsarbeit in Schulen, bei Fledermausnächten und  Informationsständen bei Straßenfesten verwendet hat. Er verstand es, seine Liebe zu den Fledermäusen, sein praktisches Wissen aus der Feldarbeit und seine Erfahrungen im Naturschutz engagiert zu vermitteln und das Publikum für Naturschutzthemen zu begeistern.

Alters- und krankheitsbedingt wurde Helmuts Arbeit in der Pflegestation naturgemäß weniger. Dennoch leuchteten seine Augen glücklich, wenn er trotz allem bis zuletzt mit Geduld und Einfühlungsvermögen eine Fledermaus zum Aufpäppeln in der Hand hielt.

Es war auch seine Weitsicht, frühzeitig sein Wissen an Folgegenerationen weiterzugeben. Auch in seinem Sinne wollen wir die Arbeit im ehrenamtlichen Fledermausschutz fortführen.

Mit dem Beginn der herbstlichen Fledermaussaison auf der Zitadelle Spandau hat das Berliner Artenschutz Team auch für Neuigkeiten im Schaugehege des Fledermauskellers gesorgt.
„Neue Lanzen für die historische Festung“ deutet nicht auf die Wiederbewaffnung der Zitadelle Spandau hin. Es geht um den Einzug einer weiteren Kleine LanzennaseFledermausart, der Kleinen Lanzennase (Phyllostomus discolor) .
Als Neuigkeit wird in diesem Jahr eine Gruppe von „Lanzen“, einer südamerikanischen Fledermausart im Schaugehege des Fledermauskellers zu sehen sein. Die „Lanze“ ist ein Nasenaufsatz, der dazu dient, die Echoortung bei der Orientierung zu verbessern. Die als Echo hörbaren Orientierungsrufe werden durch die Nasenform optimal zum Ohr geleitet. Die Gruppe stammt aus einer süddeutschen Forschungseinrichtung wo sie zuvor der Beobachtung ihres Orientierungsverhaltens gedient haben. Die Tiere haben vor wenigen Wochen die Zitadelle bezogen und können jetzt der Öffentlichkeit präsentiert werden. Sie werden künftig den Besuchern der Zitadelle und zahlreichen Berliner Schülern und Schülerinnen Kenntnisse zum Artenschutz vermitteln. Eine besondere Begrüßung erfahren unsere Tiere durch die Eröffnung des Geheges durch den Bezirksstadtrat Gerhard Hanke am 13.09.19. Mit dem Herbst beginnt der Höhepunkt des Fledermausjahres auf der Zitadelle Spandau mit den Spandauer Fledermausnächten. In der Regel Freitag und Samstag nach Sonnenuntergang kann das Naturspektakel des Einflugs der Fledermäuse zur Paarungs- und Schwärmzeit in die Kasematten und Wehrgänge bei den Führungen des Berliner Artenschutz Teams erlebt werden. Die Zitadelle Spandau beherbergt eines der bedeutendsten Winterquartiere für 12 einheimische gefährdete Fledermausarten und hat europäische Bedeutung.

Die Bedeutung des Fledermausschutzes ist in den letzten Jahren insbesondere aufgrund der Klimadiskussion verstärkt in den Fokus geraten. Während fruchtfressende Fledermäuse einen wesentlichen Beitrag zur Verbreitung von Pflanzensamen leisten und dadurch einen entscheidenden Beitrag zur natürlichen Ausweitung von Regenwäldern erbringen, liegt der ökologisch/ökonomische Wert unserer einheimischen insektenfressenden Fledermäuse in der Vertilgung von Schädlingen.

Bereits in den 1930 er Jahren begann auf der Zitadelle Spandau die Fledermausforschung. Der Massenverzehr von Forstschadinsekten führte letztlich zu ihrer frühen Unterschutzstellung und ist heute ein wesentlicher Faktor zur Eindämmung von Waldschäden. Das heutige Projekt „Fledermauskeller auf der Zitadelle Spandau“ wurde 2002 in einer Kooperation zwischen der Kulturverwaltung des Bezirksamtes Spandau und dem Verein „Berliner Artenschutz Team“ ins Leben gerufen und wird seitdem fortentwickelt.

 

 

 

   
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